EIN HOCH AUF DAS DACH: DACHFORMEN FÜR JEDEN GESCHMACK


Ein Dach bietet Schutz vor Wind und Wetter und ist das architektonische Aushängeschild Ihres Eigenheims. Dachformen gibt es viele. Welche zu Ihrem Haus passt, können Sie mithilfe dieses kleinen Dach-Lexikons herausfinden.

DAS SATTELDACH: EIN WANDELBARER KLASSIKER

Das Satteldach gilt als praktisch und preiswert und prägt vor allem die europäische Architekturlandschaft. Die Konstruktion besteht aus zwei geneigten Dachflächen, die – von der Stirnseite aus betrachtet –  am First zu einem Dreieck zusammenlaufen. Aber selbst ein Klassiker unter den Dachformen wie das Satteldach kann überraschen und bietet Variationsmöglichkeiten: So zeigt sich zum Beispiel das „einhüftige Satteldach” eigenwillig asymmetrisch. Im Gegensatz zur klassischen Variante sind die Traufen, also der unterste Teil des Daches, bei der einhüftigen Ausführung unterschiedlich hoch, wodurch eine außergewöhnliche Form entsteht.

DAS WALMDACH: VIER SCHRÄGE DACHFLÄCHEN

Im Vergleich zum Satteldach hat das Walmdach auch auf der Giebelseite, der Stirnseite eines Gebäudes, geneigte Dachflächen. Diese seitlichen Schrägen bezeichnet man auch als Walm. Die an allen vier Seiten geneigten Dachflächen verringern die Angriffsfläche für Wind und Wetter. Unter dem Oberbegriff Walmdach versammeln sich weitere Dachformen: Eine beliebte Variante ist der sogenannte „Krüppelwalm”. Hier sind die Giebelwände nur im oberen Teil abgewalmt, also abgeschrägt.

DAS MANSARDDACH: DIE DIVA UNTER DEN DÄCHERN

Das Mansarddach schafft viel Platz und ermöglicht eine optimale Flächennutzung des Obergeschosses. Das liegt vor allem an der stark geneigten unteren Dachfläche, die zwischen 65 und 75 Grad steil ist. Ab dem sogenannten Mansardknick verläuft der obere Dachbereich dann wesentlich flacher. Das Mansarddach bietet viele Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Dachformen, zum Beispiel als Mansardwalmdach. Dieses war besonders bei barocken Prunkbauten beliebt, da seine Gebäudeoptik sehr edel wirkt. Übrigens: Der Name Mansard geht auf den französischen Architekten François Mansart zurück, der die dekadente Dachform im 17. Jahrhundert bei vermögenden Pariser Bauherren etablierte.

DAS PULTDACH: VERKANNTES GENIE

Lange fristete das Pultdach sein Dasein auf Schuppen und Garagen. Gegen das beliebte Satteldach hatte es keine Chance. Doch in den vergangenen Jahren hat es einen Imagewandel vollzogen und zeigt seine Vorzüge nun auch auf zahlreichen Wohnhäusern. Die charakteristische Optik entsteht dabei durch die einseitig geneigte Fläche. So entsteht die für den Regenwasserablauf notwendige Neigung. Pultdächer richtet man meist nach der Sonneneinstrahlung aus. Der First zeigt nach Süden, die Traufe befindet sich am Nordende.

DAS TONNENDACH: EXOTISCHE EXTRAVAGANZ

Das Tonnendach ist der Paradiesvogel unter den Dachformen und die richtige Wahl für Bauherren mit einem Hang zur Exzentrik. Aufgrund von oftmals strengen Vorgaben von Bebauungsplänen der Kommunen ziert der formschöne Rundling aber nur selten die Dächerlandschaft. Dabei zählt das Tonnendach zu den ältesten Dachformen der Welt und wurde bereits einige tausend Jahre vor Christi Geburt errichtet. Neben seiner opulenten Optik bietet es noch einen weiteren zentralen Vorteil: Durch seine zylindrische Form schafft es viel Wohnraum im Obergeschoss. Eine Herausforderung stellt die Bedeckung dieses Spezialisten unter den Dachformen dar. Mit PREFA Produkten können Tonnendächer sehr einfach gedeckt werden. Besondere Beachtung ist nur dem flachen Bereich am Scheitelpunkt zu schenken. In den meisten Fällen wird dieser mit Prefalz bekleidet.

DAS ZELTDACH: EIN ARCHITEKTONISCHES STATEMENT

Das Zeltdach ist ein Dach ohne First: Die dreieckigen Dachflächen weisen dieselbe Neigung auf und laufen in der Mitte spitz zusammen. Der Grundriss des darunter liegenden Gebäudes ist quadratisch, kann aber auch rechteckig sein – wenn die Unterschiede zwischen Länge und Breite nicht sehr groß sind. Eine Weiterentwicklung des Zeltdachs ist das Turmdach, das bei quadratischen oder runden Grundrissen zum Einsatz kommt. Vor allem im mediterranen Raum wie in der Toskana prägen Kegeltürme die Landschaft. Seit den 1990er Jahren setzt die runde Dachform auch architektonische Statements in der nordeuropäischen Dachkultur. Als Zwiebelturmdach prägt diese Spielart der Dachformen das Stadtbild des russisch-orthodoxen Moskaus.

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